Florian als Lysander

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Florian Hoffmann ist Synchronsprecher und Schauspieler. Er ist Mitbegründer von Das Gasthaus Zum rollenden Würfel.

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Florian stellt Lysander vor

Lysander Federkiel


Lysander Federkiel, Schriftsteller und Künstler

Mein Name ist Lysander Federkiel, zumindest kennt man mich außerhalb meines Heimatdorfes unter diesem Namen. Ich wuchs nahe des Farindelwaldes in Albernia auf, in einem kleinen Dorf namens Aran. Meine Tante zog mich auf, nachdem meine elfische Mutter Dineth durch die Blaue Keuche ums Leben gekommen war und mein Menschenvater mir die Schuld daran gab. Sie hatte mir ein besonderes Elfen-Spielzeug von einem Händler gekauft, der beim Ausbruch der Seuche in der Hauptstadt Nostria eingekehrt war. Danach wurde Mutter krank und starb, und mit ihr die Krankheit. Ihr Elfenblut muss uns irgendwie vor Ansteckung geschützt haben. Mein Vater verstieß mich.

Obgleich ich ein Halbelf bin, ist meine elfische Seite stärker in mir. Dineth erzählte mir jeden Abend von den Feenwesen und den Geheimnissen Albernias. Wohl deswegen liebe ich die schönen Künste und widme mich Tag um Tag dem Musizieren, dem Malen und am eifrigsten dem Schreiben. Liebes- und Abenteuerromane haben es mir angetan und ich habe bereits elf an der Zahl fertiggestellt. Ihr kennt sicher „Der Kurtisan“, „Schwarzpelz und Vorurteil“ oder meine berühmte „Emanuel“-Reihe? Mein neuestes Werk „Von Hesinde verweht“ ist gerade erschienen. Der Markt für von Männern geschriebenen Liebesromanen ist nicht groß, doch in Nostria habe ich es durch einen Streich zu einiger Bekanntheit gebracht. Dazu später mehr.

Einmal habe ich einem anderen Jungen nach einem Orkangriff das Leben gerettet und wir haben uns angefreundet. Seine Eltern waren reiche Leute, was mich beeindruckte. Leider konnte ich sie nicht kennenlernen, denn die Orks hatten sie getötet. Eine Weile liebten Orasilas und ich es, im Farindel mit einer Dryade zu spielen, auch wenn es damals wie heute gefährlich war, den Wald zu betreten.
Orasilas verschwand er von einem zum anderen Tag nach Nostria, um der Rondrakirche zu dienen. Erst phantasierte ich, er wäre nach Ceofior gelangt, doch nach einigen Mondläufen erreichte mich ein Brief, in dem er mich aufklärte.
Ich machte mir einen Spaß und schrieb nach meiner Antwort meinen ersten Abenteuerroman „Zwei Hände am Rondrakamm“, in dem ich Orasilas‘ hochtrabende Träume vom geweihten Priesterdasein aufs Korn nahm. Wir waren Kinder, aber er hat es mir bis heute nicht ganz verziehen, dass ich nicht nur ihm ein Exemplar schickte, sondern auch Paricio Lafanti, seinem Lehrmeister. Außerdem tarnte ich einige Exemplare als Gesangsbücher und legte sie in der Rondrakirche Nostrias aus, wodurch mein Name in der Stadt bekannt wurde. Ich sage es mal so: Es ist besser, wenn ich Paricio Lafanti so bald nicht unter die Augen trete. Offenbar mag er keine Zwerchfell-Literatur.

Vor kurzem habe ich Orasilas wieder getroffen – er hat sich tatsächlich rondraweihen lassen und ist jetzt ein ober wichtiger Erzpriester, der sogar behauptet, einen echten Westwinddrachen besiegt zu haben. Ich bin fast vor Lachen aus den Latschen gekippt, als er mir das erzählte. Bei allem Unfug, den wir in unserer Jugend angestellt haben, hat er eine erstaunliche Entwicklung gemacht. Aber Orasilas war schon immer kreuzgut, also warum nicht.

Ich reise als fahrender Gelehrter, Künstler, Barde und Geschichtenerzähler. Mehr müssen andere nicht von mir wissen. Ich habe ein Auge für die Schattengestalten Nostrias und erkenne Diebe auf hundert Schritt.
Nebenbei schreibe ich an meinem größten Werk: Meinen Abenteuern in Nostria als großen Schurken- und Liebesroman. Es trägt den Arbeitstitel Kompendium. Gleichzeitig ist es meine Biografie und wird eines Tages meine Eintrittskarte in das Reich Dathuils.
Ich liebe meinen extravaganten Lebens- und Kleidungsstil, nicht aus reiner Eitelkeit, sondern weil auffällige Kleider gut von meinen gold gesprenkelten Augen und meinem weißblonden Haar ablenken, und dafür brauche ich Geld. Natürlich stehen mir die Kleider auch vortrefflich.
Ich vermag gut im Dunkeln zu sehen, doch ansonsten hat meine Mutter mir wohl keine magischen Elfentalente vererbt.
Durch meine Kunst bin ich tatsächlich in Nostria und Umgebung zu gutem Geld gekommen und fühle mich überall zu Hause. Es ist mir ein Leichtes, mit anderen Völkern in Kontakt zu treten und sie für mich zu gewinnen. Ich mache mir nicht viel aus Geld, doch finanziert es mir meine edle Kleidung und Utensilien. Meine bevorzugte Waffe ist das Florett.

Ich harre der Abenteuer, die da kommen mögen.

von Florian Hoffmann

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