Oskar als Orasilas

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Oskar „Orcskar“ Mewes ist von Beruf Kameramann und Broadcast Engineer bei Freaks 4U Gaming GmbH und Mitbegründer von Das Gasthaus Zum rollenden Würfel.

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Familie Aderbasio – Die Geschichte von Orasilas

„Praetor“ Orasilas Albio „Raschid Chada Al’Zyra“ von Nostria / geb. Aderbasio „Fürstedler Rondrast von Varnyth“

In Nostria haben die Menschen selten Nachnamen. Sie bezeichnen sich hier nach ihrem Handwerk, dem Dorf, Hof oder der Stadt aus der sie kommen: Gerswide von Ladewichs Hof, Holda die Bäckerin oder Halvo von den Köhlern. Orasilas Urgroßvater Ulmrig Aderbasio (*938 BF) entstammte dem Mittelreich, weshalb er mit einem Nachnamen gesegnet war. Als Sohn eines Grafen oder Fürsten – genauer wollte er es nie verraten – lief er fort und wollte sich seinen eigenen Adelsstand aufbauen. Deshalb ist er wohl auch der erste Aderbasio, denn dieser Name ist niemandem in den Adelskreisen des Mittelreichs oder Nostrias bekannt. Ulmrig fand sein neues zu Hause in Varnyth (1810, bzw. 956 BF). Einer kleinen Stadt nahe der Hauptstadt Nostria. Im Zentrum von Varnyth steht eine alte Boronseiche die „Alte Rysvik“, die lange Zeit die Heimstatt einer Dryade war, nach der die Stadt auch benannt ist. Sie ging, nachdem der Baum verdorrte, in den Farindelwald und gilt nun als Göttin des Waldes. Ulmrig verdingte sich in Varnyth als Bauherr. Er baute neue Deiche und Straßen, hielt diese Instand und errichtete einen schönen Hof und ein Anwesen noch dazu. Sein Ansehen wuchs nicht nur unter dem normalen Volk, auch unter den Adligen stellte er sich gut. Auch wenn einige seinen Adelstand aus dem Mittelreich ohne Nachweis nicht anerkannten. Durch eine Fügung verstarb der ehemalige Vogt von Varnyth (1819, bzw. 965 BF). Ulmrigs Einsatz für die Stadt entzückte auch den Fürsten (bis 1853, bzw. 999 BF war Nostria ein Fürstentum) Kasimir IV. Kasmyrin von Nostria und so wurde Ulmrig in den Wojwodenstand zum Fürstedlen erhoben. So konnte er den Platz des alten Stadthalters übernehmen und auch die Zölle wurden ihm zuteil. Er machte sich gleich daran, vor der Stadt auf dem Dammweg ein neues Zollhäuschen aufzubauen und seinen Einfluss zu stärken. Eigens angestellte Waffengesellen überwachten nun den ein- und ausfahrenden Handelsverkehr. Alle fahrenden Händler aus dem Mittelreich, gerade jene aus der Hauptstadt Gareth und der großen Stadt Angbar, die in die Hauptstadt Nostria wollten, mussten an ihm und seinen Wachen vorbei. Zeit seines Lebens häufte er großen Reichtum an. Seine vierte Frau schenkte ihm endlich seinen ersten Sohn, Answin (*1822, bzw. 968 BF) und Urgroßvater Ulmrig erkannte die Freuden des Vaterseins. So entrichtet die Familie Aderbasio nun auch jährlich die beiden übermütigen Feste vor den Tagen der Sommersonnenwende und der Tag und Nacht Gleiche zu Ehren der Göttinnen (Varnyth, Rahja und Satuaria). Fortan fügte Ulmrig sich eines bescheideneren Lebens. Großvater Answin I. Aderbasio erlernte das Handwerk eines Kaufmannes und wurde Händler, später nach dem Tode Ulmrigs übernahm er die Geschicke seines Vaters und das Amt des Vogtes. Er schaffte die Zölle nach und nach ab. Orasilas‘ Vater Answin II. (*1847, bzw. 993 BF) führte die Handelsbeziehungen seines Vaters Answin I. fort und lernte auf einem Ball Orasilas‘ Mutter Nosvina kennen. Sie heirateten kurze Zeit später und Nosvina gebar ihrem Mann eine schöne Tochter, Elysmina (*1860, bzw. 1006 BF) und einen prächtigen Sohn, Orasilas.

Varnyth. Die Geburt von Orasilas Albio Aderbasio erfolgte in einer stürmischen Nacht am 21. Rondra 1870 (*1016 BF). Blitz und Donner tobten in jener Nacht so schlimm, wie lange nicht mehr. Deiche brachen und viele Gehöfte standen am nächsten Morgen unter Wasser. Viel Land ging unter in den nächtlichen Sturmfluten. Diese Geburt sollte prägend für einen aufgeweckten und abenteuerlustigen Spross sein. Orasilas war schon immer neugierig und manchmal auch ein wenig naiv, wenn es darum ging Fremden misstrauischer gegenüber zu stehen. So machte er sich nichts aus Ständen oder Gebräuchen, sehr zum Verdruss der Eltern. Man konnte ihn nur selten zu Hofe mitnehmen, da er sich meist nicht zu benehmen wusste. Immer schon lauschte er gebannt den Geschichten der Zwölfgötter und besonders gefielen ihm die Kriege und Schlachten in denen heldenhafte Recken den Ausgang der Schlacht entschieden. Und so ist es auch kaum verwunderlich, dass er für die Göttin Rondra ein besonderes Interesse empfand. Scherzhaft nannte er sich deshalb Fürstedler Rondrast von Varnyth (in Nostria ist es durchaus üblich sich eigene Adelsprädikate anzueignen).

Doch alles änderte sich an einem schicksalsträchtigen Tag im Jahre 1881 (1027 BF). Die Blaue Keuche war gerade in der Hauptstadt Nostria ausgebrochen und Orasilas‘ Eltern nahmen ihn mit auf eine lange Handelsreise Richtung Greifenfurt. Seine große Schwester Elysmina, die schon volljährig und verheiratet war, wachte über den Hof und das Anwesen. Zu sicher fühlten sich Orasilas‘ Eltern mit ihrem großen Gefolge, das ihre Wagen begleitete. Ihr Weg führte sie auf der Albernischen Straße durch Winhall, weiter auf dem Nablaweg durch Thurana und schließlich auf die Fürstenstraße Richtung Greifenfurt. Sie konnten nicht ahnen, dass Greifenfurt von Orks belagert wurde und ebenfalls die Gegend nach Beute durchkämmten. So wurde der Tross Opfer eines Überfalls. Orasilas sah seine Eltern durch die Hand von Orks sterben und nur dank des Halbelfen Lysander Federkiel entkam Orasilas dem Angriff. Lysander war ein gewitzter Junge in Orasilas‘ Alter und er verstand es Orasilas aufzuheitern. Orasilas hat nie erfahren, warum Lysander an besagtem Tag in der Gegend war und ihn im richtigen Moment retten konnte. Doch er fragte nie, war seine Dankbarkeit zu groß. Die beiden ungleichen Jungen reisten Richtung Südwesten in den Farindelwald, der Heimat von Lysander. Dort verbrachten sie ein paar Wochen und spielten u.a. mit einer Dryade namens Faridaridunarandel, einer Tochter der Dryade Cwellabecdael. Das Heimweh erfasste Orasilas und der Entschluss wuchs, sich nie wieder rumschubsen zu lassen. Er spielte mit dem Gedanken, ein Krieger zu werden. Und so brach er eines Tages sehr überraschend auf und ging zurück nach Hause zu seiner Schwester Elysmina. Dort angekommen war die Nachricht über den Ton der Eltern nicht nur ein Schock für seine Schwester, sondern auch für die Bewohner Varnyths. Denn Answin II. und Nosvina Aderbasio waren dort sehr beliebte Menschen und so litten auch die Bürger der Stadt mit der Familie.

Kurz darauf öffneten sich die Tore Nostrias und gaben ein schauerliches Bild der Stadt preis. Über ein Viertel der Stadt hatte die Blaue Keuche nicht überlebt, so auch keiner aus der Königsfamilie. Yolande II. Kasmyrin, entfernte Verwandte Kasimirs IV. Kasmyrin, wurde daraufhin zur Königin Nostrias ausgerufen. Eine junge Magierin, die an der Akademie von Licht und Dunkelheit in Nostria studierte, brachte neue Hoffnung in das Land. Großvater Answin I. befand sich zum Zeitpunkt des Ausbruchs der Blauen Keuche in der Hauptstadt und wurde ebenfalls Opfer der Krankheit. Drum setzte Yolande II. Orasilas Schwester Elysmina (mit der sich die Königin später anfreundete) als neue Stadtvögtin von Varnyth ein. Die Geschäfte und Handelsbeziehungen der Eltern führte Orasilas‘ Schwester gewissenhaft fort. Orasilas jedoch konnte und wollte diesen Weg nicht einschlagen. Wollte er doch den Armen und Schwachen helfen und jene Schützen, die sich nicht selbst zu schützen vermochten. Nie wieder durfte er so hilflos sein, wie in jener Nacht, als seine Eltern starben. So erbat er die Ausbildung in der Rondra-Kirche in Nostria und wurde herzlich von Paricio Lafanti aufgenommen. Ungewöhnlich, da Orasilas erst 11 Umläufe alt war. Lafanti, ein Horasier, war neu in der Hauptstadt und als einzig verbliebener Rondra-Geweihter nach der Blauen Keuche, suchte er verzweifelt nach neuen lernwilligen Novizen. Gar nicht so einfach, denn die Herrin Rondra hat bei den kriegsmüden Nostriern einen eher schweren Stand. Das waren wohl unter anderem die Gründe, weshalb er Orasilas ohne Zögern aufnahm. Und so wurde er zu einem Pagen der Göttin Rondra.

Mit eisernem Willen stürzte sich Orasilas in seine Ausbildung. Lernte das Kämpfen, die Gebete und Gebräuche Rondras, Disziplin und am aller wichtigsten: Geduld. Während dieser Zeit holte er wöchentlich die Opfergaben am Rondraschrein in der Königsburg ab. Dort traf er ab und an auf die Königin, in die sich der junge Knabe Hals über Kopf verliebte. Aber durch die freundschaftliche Beziehung zu seiner Schwester, betrachtete ihn Yolande II. eher als einen kleinen Bruder. Sehr zum Unwohl von Orasilas. Es hallten ihm die Worte seines Vaters durch den Kopf, die ihm damals passend erschienen: „Gib nicht gleich die Salzarele auf, mein Sohn. Hartnäckigkeit wird irgendwann belohnt.“ Dennoch entschied er sich dafür, sich auf seine Ausbildung zu konzentrieren und so blieb seine Liebe unerfüllt. Auch heute noch fühlt Orasilas den Nachhall seiner ersten Verliebtheit in sich aufsteigen, wenn er der Königin über den Weg läuft oder an sie denkt. Dass er innerlich jedes Mal einen Kampf ausfechten muss, weiß sie zum Glück ja nicht.

Nach fünf Jahren wurde Orasilas von seiner Knappschaft in den Geweihtenstand erhoben (1886, bzw. 1032 BF). Vom Stand war er nun ein Knappe der Göttin. Er erhielt zu seiner ersten Weihe in den Priesterstand einen Rondrakamm, welcher in einer alten Gruft unter dem Rondratempel gefunden wurde. Er nannte ihn, nachdem er in höchster Entrückung eine Vision von seiner Göttin Rondra hatte, „Raschid Chada al’Zyra“, was so viel heißt wie „Gerechte Klinge des Blitzes“ und so legte Orasilas seinen Familiennamen ab und erhielt seinen neuen Namen als Priester: Orasilas Albio Raschid Chada al‘Zyra von Nostria. Orasilas lernte von Paricio Lafanti den Sturmtanz und Umgang mit seinem neuen Zweihänder, als auch mit seiner Zweitwaffe, einem Nostrischen Langschwert, welches ihm von seiner Schwester übergeben wurde. Mit diesem Schwert wurde Urgroßvater Ulmrig zum Fürstedlen geschlagen und seitdem ist es in Familienbesitz. Es trägt den Namen „Nostriaschwur“. Außerdem trägt Orasilas immer seinen Hirschfänger bei sich, den er einst von seinem Vater für die Jagd geschenkt bekommen hatte. In der Parierstange befindet sich ein wertvoller Rubin.

Mit Lysander hielt Orasilas noch Kontakt, war er ihm doch sehr ans Herz gewachsen. Er bestärkte den jungen Halbelfen bei der Arbeit an seinen Büchern. Außerdem half er nicht nur mit Inspiration, sondern auch hin und wieder mit dem einen oder anderen Taler. War er doch sehr geehrt Held seines ersten Werkes „Zwei Hände am Rondrakamm“ zu sein, bis er es las. Er hatte naiver Weise angenommen, dass dieses Buch ein Heldenepos über ihn war, doch es stellte sich nur als gemeine Posse heraus. Die Lysander jedoch zu einiger Bekanntheit in Nostria verhalf.

Als Krieger verdingte Orasilas sich so gut, dass auch die Königin Yolande II. ihn alsbald symbolisch zum Schutzritter von Nostria schlug (1888, bzw. 1034 BF). Räuberbanden und bösen Kreaturen in den Seenlanden (rund um Nostria) machte Orasilas den gar aus, nur den Grünkappen in der Hauptstraßen konnte er nicht Herr werden. Drei weitere Jahren liefen ins Land als er endlich seine Weihe zum Erzpriester erhielt und somit zu einem echten Ritter der Göttin wurde(1891, bzw. 1037 BF). Dies nahm Elysmina zum Anlass Orasilas ein prächtiges Ross zu schenken. Eine Stute aus der Rasse der Tralloper Riesen, nicht ganz so groß wie ihre Artgenossen, doch kein Pferd war mutiger und so taufte er sie auf den Namen „Yeshinnah Say’Assadra“, kurz Yeshi. Der Name bedeutet im garethischen „Mutig wie eine Löwin“.

In den nächsten zwei Jahren bereiste er mit Yeshi den Norden Nostrias und half bei der Abwehr von Thorwalern, Orks und Andergaster Gesocks. Nachdem Erzpriester Orasilas von Nostria im Steineichenwald einen echten Westwinddrachen besiegte, machte er sich stolz mit dem Karfunkel des Drachen auf nach Havena zur Westwindsenne seiner Kirche, um sich von der Metropolitin Rudraighe Gaothan ni Direach in den Rang eines Praetors erheben zu lassen, den Rang eines Tempelvorstehers, um alsbald selbst einen Tempel Rondras erbauen oder einen bestehenden übernehmen zu können. Orasilas war sehr von Rudraighe ni Direach angetan. Beeindruckend vor allem, durch ihre starke und respektvolle Persönlichkeit. Nachdem Orasilas den Karfunkel an sie übergab, bedurfte es noch mehrerer Schaukämpfe und eines eisernen Willens sie zu überzeugen, dass er würdig genug für das Amt eines Praetors war. Doch letztlich wollte sie ihn selbst der Hohen Weihe unterziehen. Seit diesem Tage darf er nun selbst die Priesterweihe vollziehen und einen eigenen Tempel gründen (1893, bzw. 1039 BF). Der Respekt verlangt es den Rondrageweihten Praetor Orasilas Raschid Chada al’Zyra von Nostria fortan mit „Euer Hochwürden“ anzureden, innerhalb der Rondrakirche spricht man ihn nun mit Schwertbruder an. Orasilas wird jedoch von den meisten Menschen in Nostria, da dort die allgemeinen Gebräuche nicht geläufig oder weniger bekannt sind, eher mit „Hoher Herr Geweihter“ gegrüßt. Neben seiner mächtigsten Liturgie, dem Blitzschlag, brachte man ihm in Havena noch den Sturmruf bei. Mit diesen beiden Liturgien sind Blitz und Sturm immer auf seiner Seite.

Um seiner Göttin Rondra so gut wie möglich dienen zu können, will er in die Welt hinausziehen. Um den Schwachen zu helfen, Orkangriffe zurückzuschlagen, keinem Zweikampf aus dem Wege zu gehen und vor allem neue Novizen anzuwerben, um den Rondra-Bund zu stärken und zu neuem Glanze zu verhelfen. Seine Abenteuer führten ihn schon durch das halbe Mittelreich und auch einige Teile des Orklandes. So beherrscht Orasilas neben Tulamidisch auch ein wenig Ologhaijan (Orkisch).

Aktuelles Jahr: 1895 (1041 BF)

Orasilas befindet sich derzeit in Nostria. Nachdem er seine Schwester in Varnyth besuchte, wollte er auch seinem ehemaligen Lehrmeister Lafanti einen Besuch abstatten, doch was dann in Nostria geschah, konnte er sich nicht einmal in seinen schlimmsten Alpträumen ausmalen.

Charaktereigenschaften: Typischer Nostrier, Seenlandbewohner, Vigilant

von Oskar Mewes

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